PG-Gretchen

freies professionelles Ensemble

Ein Winter unterm Tisch

Von Roland Topor

Original: L’hiver sous la table

Regie: Pavel Sacher

Ausstattung: Billy Bernhard

Technik: Adrian Selugga

Es spielen: Frédéric Camus, Martina Göhring, Christof Heiner, Christian Lugerth, Astrid Sacher

Livemusik: Frédéric Camus (Klarinette), Martina Göhring (Akkordeon)

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben GmbH&Co.KG, Berlin


Der Schuster Dragomir ist ein Fremder in Paris, doch nach langem Suchen hat er endlich zwar kein Dach, aber einen Tisch überm Kopf. Das Möbelstück steht bei der Übersetzerin Florence. Toiletten- und Badbenutzung sind inbegriffen.

Die absurd anmutende Situation ist für die beiden die reine Selbstverständlichkeit. Während er unter dem Tisch in seiner Werkstatt arbeitet, übersetzt Florence am Tisch ihre Texte. Beide haben sie eine wunderbare Zeit miteinander. Scheu und vorsichtig knüpfen sie ein zartes Band, das von Dragomirs Cousin und Straßenmusiker Gritzka als weiteren „Tischuntermieter“ (auch musikalisch) begleitet wird.

Die Form der Wohngemeinschaft stößt allerdings auf Misstrauen bei Florences Freunden. Die wohlhabende Freundin Raymonde findet die Situation mehr als peinlich und mag sowieso keine „Illegale“, während der geizige Verleger Marc selbst ein Auge auf Florence geworfen hat. Mittels einer Intrige soll das moderne Märchen beendet werden. Es kommt, wie es kommen muss, aber ganz anders, wie man denkt.

Ein Winter unterm Tisch ist mehr als nur eine ungewöhnliche Liebes- Geschichte voller Situationskomik und überraschenden Zwischenfällen. Das Stück erzählt auch etwas über die Gegensätze von unterschiedlichen Lebenskulturen. Der Theatergast soll das Leben fühlen, Spinnereien goutieren, Menschlichkeit erkennen. Da gibt´s nicht einfach eine hübsche Arme und einen schönen Reichen. Bei Topor trifft arm auf ganz arm und unten auf ganz unten. Und so fließt der ganze Winter unterm Tisch von einer wunderbaren Szene zur anderen, mal hinreißend komisch, mal traurig, mal ausgelassen fröhlich und immer mitreißend.

„Ein rührendes, zutiefst komisches,  und hinreißendes Theatervergnügen“ (FAZ)


ROLAND TOPOR (1938-1997):

wurde seit den sechziger Jahren als hochbegabter, vielseitiger Künstler weltbekannt. „Ein Winter unterm Tisch“ ist Topors international erfolgreichstes Stück, doch Topor brillierte in vielen Domänen:

Er schrieb sowohl Drehbücher als auch Romane, so u.a. "Der Mieter", verfilmt von Roman Polanski. Bei Herzog und Schlöndorff stand er als Schauspieler vor der Kamera, seine bissigen Zeichnungen und Grafiken finden sich in großen Galerien, er schuf hinreißende Zeichentrick- und Animationsfilme, für die er u.a. in Cannes ausgezeichnet wurde und entwarf Plakate und Bühnenbilder..

Mit seinen international erfolgreichen Theaterstücken machte er sich insbesondere in Deutschland einen Namen als Dramatiker.

Topor, bekannt für seine mit schwarzem Humor gewürzte Weltsicht, verknüpft in „Ein Winter unterm Tisch“ das heikle Thema der Emigration mit der frohen Botschaft, dass das scheinbar fest gefügte System von oben und unten auch von einem armen Einwanderer mitunter im Sturm genommen werden kann. 10 Jahre nach seinem plötzlichen Tod senden die Oppenheimer Festspiele ihre Hommage an das Genie aus Frankreich.

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